Eine der wichtigsten Serien, die gegenwärtig auf dem Schallplattenmarkt entstehen, ist ohne Frage die Erschließung der Werke des Franzosen Charles Koechlin. Er war zwar ein Einzelgänger, aber ein unglaublich einflußreicher und vom Publikum geliebter. Die Reihe mit Koechlin-Werken wird fortgeführt mit Aufnahmen aus seiner frühen Schaffensperiode, zwischen 1890 und 1910, und präsentiert mit Ausnahme des „Chanson de Melisande“ nur Weltersteinspielungen. Was darüber hinaus überrascht: Mit Ausnahme von „La Prière du Mort“ und „Epiphanie“ ist keines dieser Orchesterlieder jemals öffentlich aufgeführt worden, nur dank dieser CD-Produktion sind überhaupt die Noten erschienen. Uns erreicht so nach rund 100 Jahren eine musikalische Flaschenpost, die Botschaft aus einer Zeit des Aufbruchs zu neuen Ufern. Wenn man die Süffigkeit der Musik bedenkt, ihren farbigen Glanz, dann ist kaum einsichtig, warum Koechlin zu Lebzeiten mit diesen Stücken so zurückhaltend umgegangen ist. Das SWR-Vokalensemble, die Sopranistin Juliane Banse sowie Heinz Holliger am Pult des Radio-Sinfonieorchesters Stuttgart bringen diese Musik zum Leuchten und zum Glühen.